Drei Vize-Europameister und sieben Mal Bronze für unser DTKV-Team

Drei Vize-Europameister und sieben Mal Bronze das DTKV-Team

Kumite-Team ,Tanja Steinebronn und Mihriban Ögut küren sich sensationell zum Vize-Europameister – erfolgreichste Meisterschaft eines DTKV-Kaders in 25 Jahren.

Am vergangenen Wochenende fand im slowenischen Kranjska Gora die 32. Europa-Meisterschaft im traditionellen Karate unter dem Dachverband der European Traditional Karate Federation (ETKF) statt. Teilnehmer aus 14 Nationen waren zu diesem professionell organisierten internationalen Großereignis angereist.

Gekämpft wurde in den 6 traditionellen Disziplinen JIYU-KUMITE (Freikampf), KOGO-KUMITE (je Kämpfer 3 Angriffe), KUMITE-Team (3 Kämpfer je Team), KATA-Einzel (Scheinkampf ohne Gegner), KATA-Team (Synchronkata mit je 3 Teilnehmer je Team), FUKU-GO (Kombination aus Kata und Kumite) und ENBU (einstudierter 1-Minutenkampf). Gekämpft wurde außerdem in den Altersgruppen KADETTEN (14-15 Jahre), JUNIOREN (16-17 Jahre), JUGEND (18-20 Jahre) und Senioren (ab 21 Jahre).

Der Deutsche Traditionelle Karate-Verband (DTKV) unter der Leitung von Verbandstrainer und Coach Manfred Schmoigl und Helmut Eisenmann, der als Kampfrichter fungierte, stellte mit insgesamt 18 aktiven Teilnehmern das drittgrösste Teilnehmer-Team hinter Gastgeber Slowenien und Rumänien. Das DTKV-Team gewann mit drei Vize-Europameistertitel und sieben Bronzemedaillen so viele Top-Plätze wie nie zuvor.

Der Kader bestand aus folgenden Aktiven:

Junioren (16-17 Jahre):
Mihriban Ögut, Ronny Laabs (Backnang), Kim Hachmeier, Nele Johannsen (Scharbeutz), Annalena Schmoigl (Postmünster).

Jugend (18-20 Jahre):
Jürgen Aigner, Felix Müller (Reichenberg), Jan Nielsen, Florent Zhegrova (Grömitz), Nikolas Cristea (Backnang)

Erwachsene (ab 21 Jahre):
Maxim Hofmann (Marktredwitz), Robert Scharf (Berlin), Alexander Schumm, Gabriel Eisenmann, Christian Eisenmann, Michaela Schwaderer, Tanja Steinebronn, Sibylle Theiß (alle Backnang).

Die überaus erfreulichen Ergebnisse der DTKV-Athleten:
KUMITE - TEAM
     

Nach vier Bronzemedaillen bei EM oder WM gewann ein DTKV-Team erstmals Silber. Ausgerechnet das B-Team mit Christian Eisenmann, Jürgen Aigner und Robert Scharf besiegten Vizeweltmeister Zypern sensationell mit 16: 0 Punkten. Anschließend gewannen sie durch einen Disqualifikations-Sieg wegen zu starkem Kontakt gegen Weltmeister Portugal. Im Finale hatten sie gegen die Supermacht Italien keine    Chance und gewannen am Ende völlig überraschend Silber.

Das A-Team mit Maxim Hofmann, Christian Eisenmann und Alex Schumm waren ebenfalls in einer tollen Form und zählten zum klaren Favoritenkreis. Im Viertelfinale gegen Gastgeber Slowenien lag Startkämpfer Maxim Hofmann bereits mit 10:2 Punkten klar in Führung. Kurz vor Ende des Kampfes platzierte er einen grandiosen Ushiro-Geri. Alle vier Kampfrichter zeigten sofort einen Wazaari an. Bei dieser Aktion sprang der Slowene in den Gegner rein, der Ushiro-Geri traf ihn in die Leiste und das Kampfgericht entschied zum Entsetzen des DTKV-Teams unverständlich auf HANSOKU – Disqualifikation des gesamten Team. So sind leider die Regeln. Schade.

KUMITE-Einzel Frauen
Im Jiyu-Kumite gewann Michaela Schwaderer die Bronzemedaille. Im Halbfinale verlor sie gegen die spätere Siegerin aus Italien.

Im KOGO-KUMITE setzte sich Tanja Steinebronn mit einer brillanten Taktik im Halbfinale gegen eine sehr starke Rumänin durch. Der reguläre Kampf endete unentschieden. Somit musste KETTEI-SEN (Entscheidungskampf) entscheiden. Die Verlängerung brachte auch keine Siegerin hervor. Da Tanja die einzelnen Angriffe bzw. Verteidigungen mit mehr Präzision und Willen ausführte, stimmte das Kampfgericht einstimmig für die Backnangerin. Eine Vize-Europameisterin hatte der DTKV bisher auch noch nie. SUPER !

KUMITE-Einzel Herren
Im Jiyu-Kumite (Freikampf) konnte sich kein DTKV-Starter positiv in Szene setzen. Trotz toller Kämpfe schieden alle teilweise knapp in den Vorkämpfen aus.

Dafür lieferte Alex Schumm im KOGO-KUMITE ein tolle Show ab. Zuerst besiegte er den jungen Top-Italiener Thomas Scarbolo. Im Viertelfinale konterte der Backnanger dann den superstarken Rumänen Octavian Uruc aus.

Erst im Halbfinale stand er vor der wohl höchsten Hürde des Turniers dem italienischen Multi-Champion Giampaolo Girotti gegenüber und verlor ganz knapp. Alex wurde somit mit der Bronzemedaille belohnt. Im Einzel hat dies bisher kein anderer DTKV-Athlet geschafft. Herzlichen Glückwunsch Alex.

KATA-TEAM
Beide DTKV-KATA-TEAMS gewannen Bronze. Das Herren-Team mit Alex Schumm, Christian und Gabriel Eisenmann zeigte dabei eine absolute Weltklasseleistung. In der Vorrunde zauberten sie eine superstarke UNSU auf die Matte. Die Finalkata GOJUSHIHO-SHO inclusive Bunkai war ebenfalls eine Augenweide und entsprach den höchsten internationalen Ansprüchen. Leider sahen dies die Kampfrichter nicht ganz so und bewerteten das DTKV-Team mit unverständlich niedrigeren Noten gegenüber der Konkurrenz. Italien gewann mit großem Abstand völlig verdient.

Trotzdem ist der dritte Platz ein grandioser Erfolg.

Auch das Frauen-Team mit Michaela Schwaderer, Tanja Steinebronn und Sibylle Theiß gewann Bronze mit einer fantastischen Leistung. Nach NUJU-SHIHO in der Vorrunde folgte eine ebenso ausgereifte GOJUSHIHO-SHO mit Bunkai im Finale. Mit Platz drei und der Bronzemedaille erreichten beide Teams erstmals die Top-Plätze. BRAVO !

ENBU
Im Enbu-Mix starteten mit Tanja Steinebronn und Gabriel Eisenmann zwei Backnanger Hoffnungs-träger und sie konnten ihre Top-Form aus den anderen Disziplinen nachhaltig konservieren. Mit einer tadellosen und sehr dynamischen, choreografisch ausgereiften Enbu gewann das Team ebenfalls Bronze. Es war einfach der WAHNSINN !

Die JUNGEN WILDEN haben ebenfalls bei ihrer ersten Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft eine außerordentlich positive Duftmarke hinterlassen. Obwohl nicht jeder eine Medaille gewann, haben alle Nachwuchs-Kämpfer/innen eine hervorragende Leistungsbereit-schaft gezeigt und sich für die Zukunft ein Zeichen gesetzt.

KATA-EINZEL JUGEND Herren
Hier starteten mit Felix Müller, Jürgen Aigner vom Dojo Reichenberg und Nicolas Cristea vom Dojo Backnang gleich drei Deutsche. In der Vorrunde leisteten sich Felix und Jürgen jeweils dumme Fehler, da beide nicht auf den Startpunkt zurückgekommen sind. Somit war die Chance, ins Finale einzuziehen dahin.

Besser machte es Nicolas Cristeas. Er blieb fehlerfrei und konnte sich als Vierter gerade noch fürs Finale der Besten Vier qualifizieren. Mit seiner Bassai-Dai konnte er im Finale keinen der vor ihm liegenden Konkurrenten gefährden und landete am Ende auf dem undankbaren 4. Platz. Mit einer höheren Kata hätte er sicher mehr Chancen gehabt. Trotzdem ganz toll gemacht.

Für die anderen gilt: Kopf hoch und in Zukunft mehr auf den Punkt achten. Ihr habt sicherlich daraus gelernt.

KOGO-KUMITE JUNIOREN (16-17 Jahre) Mädchen
Nele Johannsen und Annalena Schmoigl verloren in der oberen Hälfte des Starterfeldes leider ihren ersten Kampf, obwohl beide hoch motiviert die Auseinandersetzung suchten. Vergebens. Die besseren haben gewonnen. Noch. Glückwunsch für Eueren Kampfgeist und Willensstärke. Die Zukunft gehört Euch.

In der unteren Gruppe haben sowohl Kim Hachmeier sowie Mihriban Ögut den ersten Kampf souverän für sich entschieden. Beide trafen im Halbfinale aufeinander und so stand in jedem Fall eine Finalistin fest. Unglaublich. Mihriban hatte hier die bessere Taktik und die konsequenteren Techniken und entschied den Kampf für sich. Das Finale verlor sie jedoch gegen die sehr dominante Slowenin Nina Rupnik. Silber und Bronze sind doch einfach nur GEIL !

KOGO-KUMITE JUNIOREN Herren
Florent Zhegrova und Jan Nielsen aus Grömitz, Felix Müller vom Dojo Reichenberg, sowie Ronny Laabs aus Backnang bestanden ebenfalls ihre internationale Feuertaufe mit tollem Einsatz. Florent gewann seinen ersten Kampf gegen einen superstarken Rumänen, verlor das Viertelfinale aber knapp gegen den späteren Sieger aus Serbien. Platz fünf ist für den jungen Nachwuchskämpfer trotzdem ein sehr schöner Erfolg.

Für Felix, Jan und Ronny war die erste Hürde leider noch zu hoch. Trotzdem war es eine schöne Erfahrung, sich mit internationaler Konkurrenz zu messen.

FUKU-GO JUNIOREN Damen
Kim Hachmeier hat die erste Runde mit der Kata KITTEI gegen eine Mazedonierin mit einer bravourösen Leistung gewonnen und scheiterte im Viertelfinale an einer Rumänin. Nele Johannsen unterlag leider in der ersten Runde in der Kata und schied damit aus.

In der unteren Gruppe qualifizierte sich mit Annalena Schmoigl leider nur eine Starterin fürs Halbfinale. Mihriban Ögut verlor ihren ersten Kampf im Kumite gegen die Top-Favoritin Nina Rupnik aus Slowenien und schied leider aus. Im Viertelfinale gewann Annalena gegen eine höher graduierte Rumänin knapp im Kumite und traf im Halbfinale mit der Kata KITTEI auf die oben genannte Topfavoritin aus Slowenien.

Annalena hielt super mit ...bis zum Sprung. Hier hatte sie einen kleinen Wackler... und ihre Niederlage war besiegelt. SCHADE. Das Finale war so nahe. Die Bronzemedaille bei der Siegerehrung trocknete schnell ihre momentanen Tränen.

FAZIT: Wir sind unheimlich stolz auf EUCH ALLE !!!!

Euer

Manfred Schmoigl

DTKV-Präsident